ab 28.01.2003 - Auf der Farm

SMS vom 28.01.2003
Hi, wir sind nun auf der Farm zwischen Gympie und Tin Can Bay. Wohnen in 'ner Garage und der Farmer läuft den ganzen Tag nackt herum. Es sind noch zwei weitere hier, ein Japaner und eine aus Österreich. Uns geht es aber gut. Wenn wir's aushalten, bleiben wir 1 Woche. Ist halt alles etwas asslig. Wir versuchen zu emailen.


Reisebericht vom 04.02.2003
Heute: das Farmerleben.
Wie gesagt, wir wohnen in einer Garage, die mal ein Haus werden soll und wir basteln da ein bisserl mit. Wir haben aber trotzdem ein kleines Zimmer mit Tür und einigen Mitbewohnern: Spinnen, Käfer, Flöhe und sonstiges Ungeziefer. Der Bauer ist ganz nett bis auf sein Spleen mit dem Nacktsein. Mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt, dass er nackt kocht und isst und finden es eher komisch, wenn er mal bekleidet ist. Auf der Farm sind Schweine, Ziegen (Goatsen), Hühner, Kühe (bloody cows und bald BBQ, wie wir hoffen) und der kleine Timmy, ein Kater, ganz der Otto. Wie ja bestimmt alle wissen, war Otto ein ehemaliger Mitbewohner von Nini.
Petzi auf der Farm Ananasplantage Schnabeltier Alex Aufriss
Wie müssen die Kühe auf die Weide bringen und aufpassen, dass sie zusammen bleiben und nicht in die Maccademia-Bäume laufen (Nussbaumart). Ganz schön anstrengend, da die australischen Rindviecher wahre Rindviecher sind. You know what we mean. Tiere füttern, Garten machen, Haus und Werkstatt säubern und und und. So 5 bis 6 Stunden am Tag. Mal mehr mal weniger und bekommen dafür Unterkunft und Essen frei. Also kein Geld. Aber dafür sehr viel Englisch. Sogar mit Slang. Etwa 200 m nebenan wohnt noch die Tochter mit Mann und drei ungezogenen Gören. Die ist aber etwas irr. Die Frau schreit den ganzen Tag, schaut aus wie eine Sau, stinkt und schlägt um sich. Letzens kam die Police und suchte sie stundenlang im Dunkeln, um sie dann in die KLinik zu bringen. Und wenn wir sagen dunkel, dann ist es hier auch wirklich dunkel.
Erste Musikversuche Alex und Caro mit Petzi Sorgenkind Petzi in Uniform Schubkarrefahren Beim Füttern Unser Haus
Vor 2 Tagen, als wir die Kühe zurückbrachten und an einem Weiher mit Moor vorbeitrieben, sumpfte so ein dummes Ding ein und kam nicht mehr raus. So lag sie dann 3 Tage, bevor sie erschossen wurde und wir jetzt wieder was zum Essen haben. Wir weilten bei ihr die ganze Nacht im Dunkeln, weil sie, wenn sie länger liegt, nicht mehr mit eigener Kraft hochkommt. Es laufen ja keine Schlangen rum, und wenn doch, sind sie ja überhaupt nicht giftig, nur tödlich. Des ist Abenteur pur. Wenn wir noch bis Wochenende hier bleiben, nimmt uns der "Nackte" noch mal mit auf Fraser Island. Mal sehen.

Sonst ist es aber ganz in Ordnung. Seit 2 Tagen regnet es wie aus Kübeln und so wie es aussieht noch 2 weitere Tage. Schadet mal nicht, da es sonst um die 38 Grad außen und "kühle" 36 Grad innen hat. Wir nutzen die Zeit, um im Haus etwas zu bauen. Wenn man hier duscht (Wasser ist Regenwasser), ist man fast dreckiger als vorher. Also sehen wir den Schweinen schon langsam ähnlich.

Nichts desto trotz. Schöne Grüße

Alex und Nini